Main Menu
Home
News
Banddatenbank
Rezensionen
Konzertsuche
Festivals
Musikdownloads
Galerie
FAQ
Impressum
Statistics
Bands: 1824
Events: 0
Mitglieder: 761
News: 1340
Ranking-Hits
Immer die aktuellen News auf deinem Newsreader!

Der Plan

http://derplan.com
[Livedates von Der Plan]
[Zu meinen Lieblingsbands hinzufügen]
[Zur Fanpage]
DER PLAN ist zurück. 1979 als Misserfolg versprechendes abseitiges Experiment von in der provinziellen Abgeschiedenheit des Bergischen Landes lebenden Künstlern gegründet, entwickelte sich das Baby der drei talentierten Dilettanten nach der Übersiedlung in die damalige Punk-Hochburg Düsseldorf überraschend gut und konnte alsbald einen Trend in der elektronischen Musik anstoßen, der sich Neue Deutsche Welle nannte. Dem kommerziellen Durchbruch immer ein Stück vorauseilend, blieb DER PLAN vor schädlicher Integration in die bundesrepublikanische ARD/ZDF-Welt bewahrt und durchlebte stattdessen in den Folgejahren verschiedene Arbeitsphasen, die dem Ruf als Wegbereiter zuträglicher waren als dem breiten Publikumserfolg. DER PLAN erinnerte an eine alte ursprüngliche Apfelsorte, die ohne Gen-verändernde Zuchtmaßnahmen in die Gegenwart herübergerettet werden konnte.

Filmmusik, natürlich, war eine der PLAN-Stationen in den langen 80er Jahren, die Wiederentdeckung der Surf-Musik, des Easy Listening und weitere folgten. Gesucht und gefunden wurden Computer-gestützte Liedermacherlieder als Crossover im Spannungsfeld zwischen bodenständiger Elektronik und exotischen Einflüssen. Dabei sind die Drei von DER PLAN immer eigensinnig der Muttersprache treu geblieben, aber als überzeugte Europäer und Weltenbummler weiß Gott nicht aus nationalistischen Erwägungen, eher um der Peinlichkeit eines Künstlerbildes zu entgehen, das in der Verleugnung der eigenen Identität in Deutschland nach wie vor schmähliche Urstände feiert.

Unter dem Motto „Mehr Kunst in die Musik – mehr Musik in die Kunst“ versuchte DER PLAN auf der einen Seite Pop Tiefe zu geben, andererseits der verkopft-verstockten Kunstszene ein Lächeln zu entlocken. Am prägnantesten gelang dieser Spagat vielleicht in den relativ seltenen Live-Auftritten des PLANs, die das übliche Erscheinungsbild einer Band durch ein buntes Verwirrspiel von Masken und Artefakten ersetzte. Immerhin konnten in den ersten 12 Jahren der Existenz des PLANs drei größere Tourneen und sieben reguläre Alben realisiert werden.

Im Jahre 1992 wurde langsam deutlich, dass die Abstände zwischen Veröffentlichungen neuen Materials durch den PLAN und dessen Rezeption und Assimilation durch das Publikum immer größer wurden. Aufgrund einer Hochrechnung kam man zu der Auffassung, dass alles bis dato Publizierte zusammengenommen genug Stoff lieferte, um eine 10-jährige Schaffenspause einlegen zu können, zumal eine Weiterentwicklung zu neuen Ufern immer nur als Teil einer allgemeinen Bewegung sinnvoll schien. Die gruppendynamischen Prozesse innerhalb der Band ließen es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls als wünschenswert erscheinen, das Projekt ruhen zu lassen. So geschah es.

Aufgrund eines bis heute weitgehend unaufgeklärten Anschlags auf das World Trade Center in New York, fielen die westlichen Industriegesellschaften nach dem 11. September 2001in einen Taumel aus Paranoia, Kriegshysterie und totalitärem Wahnsinn. Nachdem die unerträgliche Leichtigkeit des Bewusstseins der Kohl-Jahre jeglichen öffentlichen Diskurs in TV-Comedy verwandelt hatte, steht nun wieder ein Feind am Horizont des globalen Dorfes, der dem Geist des Widerspruchs eine angemessene Herausforderung bietet - ein typisches PLAN-Szenario. In leicht veränderter personeller Besetzung stellt man sich den anstehenden Aufgaben. Wieder wird sich die Spreu vom Weizen trennen, wieder wird der Kollaborateur von der Gemeinschaft umarmt, der Dissident ausgestoßen werden. Und wieder will DER PLAN die Kirche sein, um die sich ein kleines Häuflein Aufrechter scharen soll.

Das neueste Album des PLANs heißt „Die Verschwörung“ und stellt damit schon thematisch eine Kontinuität zu den bisherigen Veröffentlichungen dar. Musikalisch wurde das Experiment gewagt, den ominösen Geist von 1980 aufzuspüren. Es ist der Versuch, die Neue Deutsche Welle vom Makel einer oberflächlichen Modeströmung zu befreien und als eigenständigen und damit eigentlich zeitlosen Musikstil ernstzunehmen. Wer anders als DER PLAN hätte das Recht zu einer solchen gleichermaßen rückwärts wie auch nach vorne gerichteten Herangehensweise? Ausgehend von nahezu satirischen Bezugnahmen auf Sound und Sprache der damaligen Zeit – etwa in dem Song „Deutschland bleiche Mutter“ – entwickelten sich unter der Hand auf den analogen Klangerzeugern neue Strukturen, die im Einzelfall die erinnerte Unschuld der Vergangenheit mit den gereiften musikalischen Fähigkeiten der Gegenwart ideal verschmelzen konnten. So entstand eine insgesamt abwechslungsreiche verspielte Platte mit völlig eigenständigem Klangbild, die als Vergleich nur die eigenen Ursprünge zulässt.

Konzerte

Festivals